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Ein Blick auf die Schweizer Alpen


21. Oktober 2017, Koordinaten: 46° 55′ 47″ N , 8° 20′ 25″ O

 

Ich war auf dem Stanserhorn. Wie der Name bereits sagt, ein Gipfel in der Mitte der Schweiz, im Kanton Nidwalden, nahe bei deren Hauptort Stans. Mit knapp 1900 m. ü. M. ein recht normal grosser Berg - für Schweizer Verhältnisse meine ich. 

Die Tour startete im Zentrum von Stans, mit einer 10 Minütigen Bahnfahrt zur Mittelstation. Die Sitze waren aus Leder, die Bahn aus Holz, es gab keine Fenster und die kleinen farbigen Fahrkarten waren aus Karton und wurden von einem Kontrolleur durchlocht. Ganz im alten Stil gekennzeichnet, fühlte man sich bereits bei dieser kurzen Fahrt, mit Aussicht auf weidende Kühe und einem Bauern, der seine "Bschütti" über die die Wiese verteilte, besonders heimisch geborgen. Ganz abgesehen vom Gestank, der an uns haften blieb. 

Wir waren zu viert unterwegs. Und wir waren zu faul - oder um es etwas besser auszudrücken - nicht gut genug trainiert, um nach dieser Fahrt, den Rest zu Fuss hochzuwandern. 

Wir entschieden uns für die Caprio-Luftseilbahn, die mit einem offenen zweiten Stock, viel kühlen Fahrtwind versprach. 

Oben angelangt

Auf dem Berg angekommen, empfing uns - es war bereits 11 Uhr - der Duft von frisch gebratener "Rösti" und "Älplermaggaronen". Mein Magen rebellierte, trotzdem entschlossen wir uns als erstes den Gipfelrundgang abzulaufen, der knapp 45 Minuten dauerte.  

Mit unseren 19 Jahren hätten wir selbstverständlich eine weit grössere Strecke absolvieren können, aber uns war nicht danach. Die Aussicht des Rundganges war genauso schön, und dazu auch noch entspannend und ohne triefende Schweiss-Bäche an der Stirn. 

An gewissen Stellen konnten wir die Aussicht sogar zu viert, ohne lärmende Touristengruppen und schreienden Kindern verbringen. Diese  Momente beschränkten sich jedoch auf wenige Minuten.

 

Auf der einen Seite des Stanserhorns zeigt sich der Vierwaldstättersee in seiner voller Grösse. Weiter hinten erkennt man die grössere Stadt Luzern und am hinteren Horizont kann man sogar den kleineren Zugersee erkennen. Vor uns erstreckt sich die Fläche der Zentralschweiz in seiner grünen, etwas herbstlichen Pracht.

Ganz anders sieht es auf der Rückseite des Berges aus, der den Blick auf die Schweizer Alpen freigibt. Gross und prächtig und hier und da von Schnee bedeckt. Anhand der angebrachten Bergtafeln erkannten wir das Schreckhorn und sogar die Dreiergruppe "Eiger, Mönch und Jungfrau". Die Schneespitzen  strahlten unter der Mittagssonne.

Zurück in meine Kindheit

Ich kann mich erinnern, dass ich mich in meiner Kindheit nur mit Mühe dazu überreden liess, einen Berg zu besteigen. Trotzdem war es - oder ist es bis heute - ein typischer Ausflug, vieler Schweizer Familien.  Mit Zweifel-Chips und Schweizer Hütchen ausgerüstet. Damals hatte ich keinen Blick für die Schönheit der Berge. Für die umwerfende Pracht der Alpen, die direkt vor meiner Nase liegt. Natürlich hatte ich mit 10 Jahren kaum etwas besseres zu tun, aber der Gedanke an mein Bett schien um einiges verlockender, als schwitzend auf einem Berg herumzuwatscheln. Ausserdem, was wussten meine Eltern schon? Kindern scheinen ein Abneigung gegen jegliche Vorliebe der Eltern zu haben. Wie cool es auch scheinen mag.

Merkwürdig, dass wir jungen Erwachsenen uns nun sogar freiwillig dafür entschieden hatten, "wandern" zu gehen.

 

Das Stanserhorn ist meiner Meinung nach für alle Altersgruppen eine Entdeckung wert. Der Rundgang dauert nicht einmal eine Stunde und der Ausblick ist - wie auf manchem Gipfel - atemberaubend. Ausserdem ist die Gondelfahrt auf dem Dach der doppelstöckigen Bahn die Kirsche auf dem Sahnehäubchen.

 

Tatsächlich hatten wir auch Glück mit der Wetterlage, die einige Tage zuvor nicht besonders prickelnd aussah. Aber natürlich ist ein Ausflug in die Berge besonders im Sommer die Mühe wert. Obwohl natürlich auch die Herbstsonne, die durch die bunten Blätter scheint, besonders schön ist. Ich persönlich geniesse tatsächlich die etwas kühlere Jahreszeit.  

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