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Sprechen wir über den Tod


Nein? Zu hart? Zu grausam?

 

Na dann?

 

Ne, heute gibt es kein Zurück.

 

Der Tod ist oftmals ein Tabuthema. Weshalb von der Vergänglichkeit sprechen, wenn es so viele andere Dinge gibt, die man miteinander durchdiskutieren kann.

 

Bestimmt, mit jungen Jahren möchte man sich mit möglichst wenig Tod befassen müssen. Schliesslich wartete dieser (im besten Falle) noch duzend Jahre in der Zukunft. Womöglich sind wir bis dahin gar unsterblich. Obwohl du versucht zu verhindern mit Eltern, Grosseltern und Freunden über besagtes Thema zu sprechen, können doch tatsächlich sehr interessante Mitternachtsgespräche daraus entstehen. Nichts ist so unerforscht wie der Tod. Rein naturwissenschaftlich gesehen. Ein Körper lebt durch das rhythmische Schlagen eines 15 cm grossen Bestandteils des Menschen. Hört es auf, ist es aus. Punkt. Fertig. Finito.

 

Was danach geschieht ist nur auf einer Seite ersichtlich. Zum einen wird der physische Körper in den meisten Fällen verbrennt und vergraben. Was danach geschieht kann jeder Hobby-Biologe erklären. Viel spannender und wichtiger ist jedoch das "Weiterleben" der Seele des Verstorbenen. Wohin geht das Bewusstsein, das "Leben" wenn die Hülle tot ist? Weiterführende Gedanken beruhen vermutlich auf diversen Glaubensrichtungen. Die Reinkarnation bzw. die Wiedergeburt widerspiegelt nur

einen Strang der "Anderen Seite". Während Muslime an Allahs Paradies glauben, glauben andere wiederum an das Nichts. Schlicht nach dem Motto "wenn de tod bis, bis de tod."  

 

Dabei verleiht mir der Glaube an die Auferstehung dem nahenden Tod eine etwas rosigere Haltung. Stell dir bloss vor, du wirst als Hase wiedergeboren, hüpfst fröhlich durch hohe Gräser, während der Mensch sich ins anstehende Verderben lebt, so kann sich ein Hase an den kleinsten Dingen erfreuen. Das Leben als Tier scheint mir ohnehin entspannter zu sein, als jenes eines Menschen. Wäre da nicht die Furcht von einem Adler verspeist zu werden. Wobei ich an jener Stelle doch lieber tot bleibe anstatt wiedergeboren zu werden. Die Chance als Rassel durch dunkle Gemäuer zu rasseln scheint mir in menschlicher Gestalt ekelerregend.

 

Nichtsdestotrotz ist der Tod eine Sache, die uns alle irgendwann begegnet. Ob an uns selbst (was uns selbst kaum interessieren wird), oder von nahestehenden Personen.

 

Irgendwann kommt der grausame Tag, an dem du dich zum ersten Mal von einer geliebten Person verabschieden musst. Sei es durch Krankheit, durch Altersbedingtes Wegscheiden oder durch einen urplötzlichen Tod ob durch einen Unfall oder Suizid. Für die Hinterbliebenen ist es eine Höllenqual, als ob dir das Herz bei lebendigem Leibe aus der Brust gerissen wird.

 

Ab jenem Punkt wirst du dich automatisch mit der Sterblichkeit und der Vergänglichkeit des Menschen identifizieren können.

 

Während der Mensch versucht jegliche Sache auf der Erde zu verstehen, scheitert er an dem Versuch das Leben nach dem Tod belegen zu können. Vermutungen werden hochgepriesen und Glaubensgemeinschaften beten für ein gesegnetes Leben danach. Unwissenheit macht uns zunehmend rastlos. Und Unwissenheit führt in

gewissem Sinne auch zu einer Furcht. Was versteckt sich in dem Loch? Was ist am Ende des Tunnels? Die einen gehen frohen Mutes voran, die anderen verzichten

dankend, weisen sich ab und wenden sich dem Altbekannten zu.

 

Was ich eigentlich sagen will: im Grunde heisst es doch gar nicht "sprechen wir über den Tod", sondern über "das was danach kommt".

 

Ein buchstäblich lebenslanges Rätsel für die Lebenden.

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