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München - wo Latzhosen alltäglich sind

31. Mai bis 3. Juni 2018 | Koordinaten: 48° 8′ N, 11° 35′ O

 

Ein verlängertes Fronleichnam Wochenende in München. Zu zweit. Weiblich. Jung. Und mit genügend Geld, um dieses in rauen Mengen in allmöglichen Geschäften liegenzulassen.

Ein Oktoberfest 365 Tage im Jahr

München ist bekannt für Bier, Bretzl, Leberkäs und noch mehr Bier. Jeweils einmal im Jahr findet das grosse Oktoberfest im Zentrum statt und aus aller Welt trudeln Feierlustige und Biertrinker in Latzhosen und Dirndl ein. Was mich erstaunte: auch unter dem Jahr begegnen einem manch solcher Leute, die im schönsten bayyrischen Dialäkt reden.

Unsere Ankunft begann fast typisch Bayrisch in einem der zahlreichen Biergärten. Nachdem wir dreiviertel Stunden zu spät zu unserer Unterkunft in der Nähe der Klinik Grosshadern eintrudelten und unser Gastgeber ebenfalls noch Dreiviertelstunden auf sich warten liess, verbrachten wir die Wartezeit unter Bäumen und Gejohle der Betrunkenen oder Scheinbarbetrunkenen. Wir beide sind keine regelmässigen Biertrinker und wenn dann ist es kein halber oder gar ein ganzer Liter, bzw. e Maass oder e Halbe. Also bestellten wir uns einen Hugo. "E Maas oder e halbe?", meinte der Ausschänker. Und scheinbar blickte ich ihn so verdutzt an, dass er die Frage abermals auf Englisch stellte. Kurze Zeit später sassen wir vor einem halben Liter Hugo, mit Leerem Magen und einem folgenden schummrigen leicht angesäuselten Kopf.

Nachdem wir schliesslich halb betrunken und gut gelaunt unsere Airbnb Wohnung in Empfang genommen hatten, machten wir uns auf Richtung Stadt Zentrum. Dort angekommen schlenderten wir durch die Gassen und assen bald darauf unser Abendessen in einem wenig typischen Münchner restaurant, sondern Top Hipster Mässig Vegan und Ayurverdisch im Prinz Myshkin. Wärmstens zu empfehlen ist das Indische Gericht Malai Kofta - Sehr Lecker!

Der Viktorianische Markt und andere Kulinarische Sehenswürdigkeiten

Den Freitag begannen wir auf dem Balkon, mit Cherry-Tomaten, Frischkäse, Knäckebrot, Joghurt und Früchten. Das ist bestimmt das Schönste von Airbnb, besonders wenn man eine ganze Wohnung beanspruchen kann. Man fühlt sich wie ein eingefleischter Münchner - mal abgesehen davon, dass wir kein Bier zum Frühstück tranken.

Anschliessend starteten wir ab dem Sendlinger Tor eine Shoppingtour durch die lebendige und verwinkelte Altstadt Münchens, mit diversen Läden. Wie sollte es auch anders sein, wenn zwei 20-jährige einen Städtetrip planen - shoppen steht in den Top 5 und für einmal war es mir ganz egal. Ansonsten halte ich wenig davon, eine Stadt nur im Touristischen Gebiet kennenzulernen und mich dem Kaufwahn hinzugeben. Doch während den letzten vier Tagen genoss ich es bloss einmal den Kopf abschalten zu können. Kaufen muss man schliesslich nichts.

Nebst diversen Botiquen besuchten wir den bekannten Englischen Garten, der sich in der Nähe der Universität nach oben erstreckt und besonders an heissen Tagen von zahlreichen Besuchern besetzt wird. Die einen sonnen sich im Gras, andere veranstalten ein grosses Picknick und die einen lassen sich im durchziehenden Fluss treiben. Wir zogen uns in den Schatten zurück, assen Erdbeeren vom Viktorianischen Markt und lasen die frisch gekauften Bücher aus dem Hugendubel.

Apropos: ein unbedingtes Muss für Buchliebhaber, die schon lange keinen grossen Buchladen mehr besucht haben. Im Zentrum Münchens gibt es gleich drei der Bücherkette, der eine in der Nähe des Odeonsplatz ähnelt schon beinahe einem Irrgarten an Büchern und Mal- und Schreibutensilien.

Von der Einkaufsstrasse ging es Richtung Marienplatz und schliesslich zum bekannten Viktorianischen Markt. Eine Delikatesse nach der anderen wurde uns angeboten, frische Erdbeeren, Semmrl mit Leberkäs, Bretzl in allen möglichen Grössen, ein Maass und no e Maass, Kuriositäten, Souvenirs, Blumen, Tee, Postkarten und vieles mehr. Der Markt lädt zum verweilen und geniessen ein.

Besonders gut gefallen haben mir die zahlreichen Strassenkünstler, die von Musik, über Pantomime, bis hin zu Komik und Akrobatik gingen. In meiner Umgebung gibt es solche Selten zu sehen, in München hauchen den Strassen eine Gewisse Lebendigkeit ein.

Die Münchner sind ein ganz eigenes Völkchen. Obwohl auf den Strassen mehr Schweizer, Türken und Engländer liefen, machten wir doch zwischenzeitlich die freundliche Bekanntschaft mit einigen waschechten Münchnern. Offen, herzlich, energiegeladen und ausserordentlich hilfsbereit.

Auch was das Feiern angeht, wissen die Münchner was zu tun ist. Auch wenn bis anhin nur wenige Menschen auf der Tanzfläche stehen, lässt der Münchner sich nicht einschüchtern und schwingt das Tanzbein ausserordentlich. Wir durften ebenfalls die Bekanntschaft mit besagten Tänzern machen, was eine amüsante Erfahrung war und bestimmt für alle Jungen und Junggebliebenen ebenso.


Bayrisch für Anfänger

Hier nun eine kurze Liste der gängigsten Ausdrücke in Bayern. (Quelle)

Griaß di God

Wiederschaun, Pfiat di God

Servus, Servas

Habedehr(e), gfraid me

Dangschee

Wos mägst?

Host mi?!

Hock di her da!

Do legst di nieda!

An Guadn

Bassd scho

Ha?

Sei ma ned bäs

I moan scho aa!

Ja mei

Mia wurscht!

Woas i ned

Grüß Gott, guten Tag

Auf Wiedersehen, Tschüss

Hallo, Tschüss

Hat mich gefreut, freut mich

Danke schön, vielen Dank

Wie bitte? Würdest du das bitte wiederholen?

Hast du jetzt endlich begriffen? (rhetorische Frage mit Nachdruck)

Setz dich ruhig zu uns

Donnerwetter (Ausdruck des Erstaunens)

Guten Appetit

passt schon, in Ordnung (Vorsicht: manchmal auch „Leck mich am Allerwertesten“)

Wie bitte? Was?

Nimm es mir nicht übel, sei mir nicht böse

Ich bin der gleichen Meinung

Je nach Tonlage Ausruf des Desinteresses, des Erstaunens oder der Anteilnahme

Mir doch egal, interessiert mich nicht

Weiß ich nicht



München ist bestimmt ein Ort zum Trinken, Essen und sich gut ergehen. Gute Mahlzeiten gibt es reichlich. Auch die Hausmansküche ist für Ausländer gut verträglich, obwohl sie gelegentlich eher fettig sind und gelegentlich auf den Magen schlagen. Auch von anderen Seiten hörte ich meist positive Rückmeldung mit einem kleinen Schmunzeln betreffend den Unmengen Bier und den Weisswürsten. Nichtsdestotrotz ist München eine Stadt zum Entspannen und Erholen, ganz anders als beispielsweise das hektische Zürich. Die Stadt während dem Oktoberfest zu erleben ist auch noch eine ganz andere Erfahrung und besonders für die Bierliebhaber ein Muss. Na dann - Prost!

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