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London #4 - nach einer weiteren Woche ein zu Hause Gefühl?

Die meiste Zeit verbringt der durchschnittliche Londoner vermutlich in der Ubahn oder im Zug, sogenannten Overground. Auch heute fahre ich in einem allzustark gefüllten Wagon Richtung Warlingham Road - mein neues zu Hause. Bereits zwei Wochen sind seit meinem Abflug in Zürich vergangen und es fühlt sich an wie ein ganzer Monat. Langsam verstreicht das Gefühl vom Tourist sein und macht Platz für ein wohliges zu Hause fühlen.

Zu Hause? Was ist zu Hause? Nicht gleichzustellen mit Heimat ist zu Hause doch auch ein sehr wichtiger Ort für jeden Einzelnen. Ein Platz des Rückzuges, mit Menschen die man mag, bei denen man sich geborgen fühlt. Vielleicht aber auch bloss eine Katze die bereits beim Schlüssel drehen aufgeregt an der Innenseite der Tür kratzt. Zu Hause ist gefüllt mit persönlichen Gegenständen und allerlei Erinnerungen. Eine Heimat ist für mich persönlich mehr eine Gegend und Umgebung, oder ein Freundeskreis anstelle eines bestimmten Hauses.

Aber mein zu Hause im moment? Nun das ist nach wir vor in der Schweiz, zwischen meinen vier Wänden, die ich seit 17 Jahren bemalt, beklebt und immer wieder aufs neue verändert habe. Nur leider ist es rund 1.5 Flugstunden entfernt. Das Zimmer in London ist süss und mit der Zeit wird sich vermutlich eine Art zu Hause daraus entwickeln, aber bestimmt nicht auf dieselbe intensive Art wie gewohnt. Ganz abgesehen davon ist es merkwürdig neun Monate in Zimmer zu teilen, was mich aber nicht weiter stört. Somit ist aber die Möglichkeit des Rückzuges etwas eingeschränkt. Ein zu Hause ist das noch nicht, mein zu Hause liegt weit weg von mir, aber das Gefühl anfangs nicht wirklich reinzupassen gehört zum Sprachaufenthalt vermutlich dazu.

Das merkwürdigste an dieser zweiten Woche waren vermutlich meine Träume. Während ich tagsüber den Hyde-Park entdeckte, beim Bowlen den Sieg errang bzw. erkugelte und im National History Museum diverse Tiere entdeckte, so träumte ich Nachts fast immer von zu Hause. Von meinen daheimgebliebenen Freunden und Eltern und Grosseltern. Oftmals waren die Träume traurig und ich wachte mit einem merkwürdigen Gefühl im Magen auf. Ich warte auf den Moment wenn ich voll und ganz, im Ober und auch Unterbewusstsein in London angekommen bin.

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