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London #1 - Gelandet

16.09.2018

Ich bin gelandet, auf den Beat von "Bestandesaufnahme" von Julia Engelmann. als ihre Worte "ich bin glücklich" erklingen setzen wir am Boden an. Passt. Ich bin ruhig, noch rumort mein Magen etwas, aber ich bin ruhig. auf dem Weg nach draussen laufe ich selbstbewusst, versuche mir nicht anmerken zu lassen, dass ich mich alleine fühle. Es wird schon gut gehen, jetzt erst mal eine Toilette finden. Kurz darauf schnappe ich mir meinen knutschgelben Koffer und spaziere zum Ausgang wo bereits einige Leute von EF warten. Trotzdem bin ich unsicher. aber sie sind freundlich, geben mir Schokolade und Wasser und schon sitze ich neben einem Berner und stelle mich vor. Er heisst Remo, geht aber leider noch weiter nach Oxford und bleibt nicht in London. Naja. Aber mein Selbstbewusstsein wächst nach einem netten Gespräch mit dem vermutlich gleichaltrigen jungen Mann. Dann werde ich abgeholt, per Private Driver – wie es auf der Windschutzscheibe des Autos steht- geht es nun direkt zur Familie Mills. Was mich wohl erwartet? Wie sie wohl sein wird? Werden wir uns verstehen? Und die andere Studentin? Ich bin wieder merklich ruhig, innerlich gehen mir tausend fragen durch den Kopf. Ich blicke gespannt und neugierig aus dem Fenster des schwarzen Mazda. Quer durch kleine Gassen und vorbei an meist roten Häuser. mein Unbehagen weicht beinahe vollständig der Neugierde und meiner Vorfreude für neun Monate hier zu leben. der Chauffeur hört Klassik im Radio. Ich bin froh - es beruhigt, obwohl ich unter normalen Umständen mich bloss zum Lesen in die Tiefen von Tschaikowski, Beethoven und Bach begebe.

 

Jetzt sitze ich hier, auf einer rotpinken Decke, umgeben von einer zartrosa zimmerwand, einem violetten Fussboden, bedeckt von einem abermals – wer hätte es gedacht – pinken Teppich. Währenddessen strahlt die restliche Abendsonne durch die pinken Vorhänge und beim weiteren herumblicken wundere ich mich, wieso die eine Tür hellblau und nicht ebenfalls pink ist. Abgesehen davon, dass pink bisher kaum in meinem leben erschien bin ich zufrieden und glücklich. Ich ass, ich lachet, ich redete einigermassen gekonnt, hab mich bemüht mich zu verständigen und liege nun müde aber neugierig auf den morgigen ersten Schultag in meinem pinken Bett, mit einem kleinen Hauch an Furcht, dass meine Träume fortan ebenfalls pink sein werden.

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