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London - Das Zentrum des Individualismus


1. März - 4. März 2018 /  Koordinaten: 51° 31′ N, 0° 7′ W

 

London, die Stadt des Individualismus - so sagt man. Die Stadt mit Herz und Kultur. Das Ebenbild der scheinbar stets gepflegten Einwohner, mit langen Mänteln und Rolex Uhren. Die Stadt in der die Beatles vor 40 Jahren ihre Blüte hatten und es noch echte Royals gibt. London, dass manchmal unter blauem Himmel mit Regen ergossen wird und nur selten sich der Schnee legt. Eine Stadt mit doppelstöckigen Bussen, überfüllten U-Bahnen und merkwürdigen Hochhäusern.

Ich liebe London. In seiner Vielfalt und Andersartigkeit. Keine Hauptstadt hatte es mir so angetan wie London, die Hauptstadt Grossbritanniens.

Letztens war ich mit L. einer ehemaligen Berufsschulkollegin zum dritten Mal dort.

Ein Misslungener Start

Nun, die Zugfahrt an den Flughafen Zürich klappte wie am Schnürrchen. Mal abgesehen davon, dass ich bereits um 5 Uhr aufstehen musste. Na jedenfalls waren wir da, wir gaben unser Gepäck ab und liessen die Kontrolle über uns ergehen (dabei machte ein Security einen Scherz mit mir und meinte ernsthaft, ich dürfte meinen Apfel nicht mitnehmen). Nach einigen Schlendertouren durch die Dutyfreie Zone machten wir es uns am entsprechenden Gate gemütlich und warteten. Bis diese Aussage ertönte: "An die Passagiere des Fluges LX316 nach London. Der Flug wurde wegen schlechten Wetterverhältnissen in London abgesagt."

Toll.

 

Um die nächsten Stunden kurz zu fassen: wir assen etwas, verirrten uns ausversehen ins Exit und mussten die Sicherheitskontrolle nochmals durchmachen, wir machten Fotos, tranken Kaffee und heisse Schokolade und konnten schliesslich anstatt um 8:40 Uhr, um 12:10 das Flugzeug betreten. In London gelandet warteten wir abermals eine geschlagene Stunde in der Maschine, da noch kein Andockplatz frei geworden war.

Zu guter Letzt checkten wir nach der langen Fahrt vom Flughafen Heathrow ins Zentrum um 16.30 Uhr im Hostel Ibis im Stadtviertel Southwark (unterhalb der London Bridge) ein.

Unter Einheimischen

Obwohl die Hälfte des Tages verloren war, besuchten wir Abends nichts desto trotz das Konzert von Imagine Dragons im weltweit bekannten O2 Stadion ausserhalb von London, nähe Greenwich. Dabei fühlte ich mich weniger als Tourist, vielmehr als Einheimische unter den Menschenmengen, die zum Stadion strömten. Die Halle war atemberaubend, von aussen wirkt sie wie ein Zelt, innendrin erfüllt der Geruch von Fajitas und Pizza aus diversen Restaurants das "Gebäude". Die Konzerthalle an sich befand sich weiter hinten und ähnelte dem Hallenstadion in der Schweiz. Mit der wunderbaren Ausnahme, dass zwischen Vorband und Hauptband klassische Musik als Unterhaltung abgespielt wurde. Im Kontrast zu den rockigen Bands sehr stark.  

Öffentliche Verkehrsmittel in London

U-Bahn fährt (fast) jeder. Und das merkt man auch, besonders in den Stosszeiten, wenn Menschen huschen und eilen und sich vorbeiquetschen in die bereits zum platzen gefüllte U-Bahn. Trotzdem ist es der schnellste Weg von A nach B und mit einer Oyster Card oder Travel Oyster Card am günstigsten. Für einen Aufenthalt in den Zonen 1&2 während vier Tagen brauchten wir knapp 30 Pfund. Weitere Infos zu den Angeboten der Karte findest du hier.

Selbstverständlich ist auch das Busfahren (besonders in einem alten Doppeldecker) eine Erfahrung wert. Während unserem Trip kamen wir aufgrund eines bereits vollen Plans nicht dazu. Es gibt jedoch super Angebote diverser Hopp On & Off Busse, die sogar die Londoner selbst benutzen. Des weiteren gibt es im Sommer auch die Möglichkeit auf der Themse eine Rundfahrt zu machen, im Winter empfehle ich dieser jedoch nur begrenzt.

Harry Potter und Hippie Viertel #1

Wie verbringt man den?

Was mich betrifft, ich war bereits zweimal in Grossbritanniens Hauptstadt. Meine Kollegin, die mich begleitete besuchte London zum ersten Mal und somit starteten wir mit einigen Sehenswürdigkeiten. Nun ja, als erstes suchten wir uns ein in der Nähe liegendes Café. Aber anstatt dem deftigen British Breakfast verschlug es uns in ein Französisches Café, mit Croissant und Petit Pein au Chocolat. Das British Breakfast ist für England Interessierte bestimmt ein Gaumenschmauss, für mich jedoch nicht ein Muss auf der Liste der abzurackender Dinge. Obwohl ich das Frühstück als beste Mahlzeit des Tages betrachte, tendiere ich doch lieber auf Früchte und Joghurt und natürlich einen Kaffee anstelle Würstchen, Speck und Ei.

Nachdem wir uns gestärkt hatten, liefen wir am Shakespeare Globe vorbei Richtung London Bridge. Dort stiegen wir in die U-Bahn und fuhren zunächst ins Innere des Löwen: Kings Cross. Dem Bahnhof aller Bahnhöfe. Dem vielseitigen Viertel, mit einem Hauch an Zauber, ausgelöst durch J.K. Rowling anno dazumal, als Harry Potter geboren wurde.

Nun ja, so war es nicht unbedingt, aber im Innern des Bahnhofes liessen wir es uns nicht entgehen den (sehr beliebten) Harry Potter Souvenir Shop zu besuchen. Der Andrang war gross, das Drängeln noch grösser. Nachdem wir als ausgebildete Bibliothekarinnen auch der British Library einen Besuch abgestattet hatten, machten wir uns abermals mit der U-Bahn auf, Richtung Stadtviertel Camden, im Norden Londons.

Camden wurde mir von diversen Bekannten wärmstens empfohlen. Das Viertel wird geziert durch allerlei Farben und bunten Verkaufsständen. Wir strichen durch den sogenannten Camden Market und ich liess mich den bunten, manchmal skurrilen aber auch wunderschönen Gegenständen hingeben und hätte mit genügend Geld womöglich den ganzen Markt leergekauft. Ich fühlte mich extrem wohl an dem Ort, umgeben verschiedenster Menschen, die ihre Individualität offen ausleben. Später fing es schliesslich noch an zu schneien, was allen Anschein in den letzten Jahren fast nie mehr geschah und die Menschen tobten auf den Strassen und liessen sich im Schneegestöbert fotografieren.

Camden ist für all jene ein Muss, die sich für das Alternative London interessieren. Die an Blumenzeiten denken, die Souvenirs lieber auf Märkten besorgen als in überlaufenden Shoppingcenter und für jene, die die Zeit geniessen möchten.

Konsumsüchtig und einige Sehenswürdigkeiten #2

Der zweite Tag war als kleiner Ost-London-Rundgang aber hauptsächlich als Shopping Tag angesetzt. Zuerst genossen wir jedoch leckere Pancakes im Where The Pancakes are und liefen Richtung London Bridge. Auf der anderen Seite betrachteten wir das Monument und fuhren nach etlichen Fotos erneut ins Zentrum: dem Piccadilly Circus. Wo das Auge auch hinsah, Menschen. Wir schlossen uns ebenfalls den konsumsüchtigen Massen an und stöberten durch die Geschäfte. Ob Kleider, Bücher, M&Ms oder Vinyl Platten. Die Tage vergehen in London im Handumdrehen, besonders dank breitem Programm wird einem selten langweilig. Die kühle Luft machte mir kaum merklich zu schaffen, fror nur von Zeit zu Zeit meine Finger am Auslöser meiner Kamera ein. Am Nachmittag machten wir zudem noch einen kleinen Abstecher zum weltweitbekannten London Eye, dass auf einer London Tour natürlich nicht fehlen darf. Der Ausblick war getrübt von Nebelschwaden, trotz allem knipste ich einige schöne Fotos durch die grossen Kabinen.

Ich liebte es Fotos in der Stadt zu machen. Nie zuvor hatte ich das Bedürfnis eine Stadt mit so vielen Facetten mit meiner Kamera festzuhalten. Gefühlt an jeder Ecke erhaschte ich ein Motiv und knipste los. Stets auf der Suche nach dem besonderen Detail. Hinzukam der Nebel, der über der Stadt lag und die grossen Wolkenkratzer darin verschwinden liess. Im Kontrast mit den eher älteren Gebäude, ergab sich ein wunderbares Endergebnis.

Guardes Exchange und weitere Attraktionen #3

Sonntag Morgens checkten wir rechtzeitig im ibis aus und fuhren im Anschluss Richtung Buckingham Palace. Für meine Begleitperson eine Sehenswürdigkeit, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Davor setzten wir uns abermals in ein Café, bestellten French Toast, Scones und Kaffee (lecker!) und liefen im Anschluss in Richtung Palast. Zu unserem Erstaunen, Pech oder Glück (wie man es auch nimmt), war der Platz vor dem Königshaus gefüllt mit Hunderten Menschen. Gleichzeitig marschierten die uniformierten Wächter zum Tor, im Gleichschritt mit der spielenden Dudelsack Musik. Nichts ahnend, was für eine Parade hier durchgeführt wurde, informierten wir uns bei einer Polizisten, welche uns seufzend erklärte, dass es die Wachablösung sei. Mit Augenrollen meinte sie zudem: "It's worse in the Summer" auf gut deutsch "Im Sommer ist es schlimmer."

Erstaunlich wie viele Menschen sich tagtäglich die pompös durchgeführte Wachablösung anschauen. Bei Wind und Regen, trotz Kälte und Schnee. Nach einer Weile spazierten wir weiter in die Stadt, vorbei an der Westminster Abbey, erneut ins Zentrum zum Trafalgar Square und am Ende um knapp 16 Uhr zum London City Airport.

London ist eine wunderbare Stadt. Sie hat mich an diesen vier Tagen bereits zum dritten Mal mit seiner Vielfalt und Offenheit überzeugt. Die Stadt lebt und ist bestimmt kein Ort für jene, die Grossstädte meiden möchten. Schliesslich leben rund 8 Millionen Menschen in Grossbritanniens Hauptstadt. Trotzdem mag ich die Atmosphäre, die Art der Briten, die Sprache (viel lieber als den amerikanischen Akzent) und den Lebensstil. London ist meiner Meinung nach für jeden eine Reise wert, der sich unterhalten lassen möchte. Museen sind oftmals kostenlos zugänglich, es gibt zahlreiche Kinos, Opern und Musicals und unzählige spannende Viertel zu entdecken.

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