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FOMO - Fear of missing out

Bekanntlich neigt der typische Homo Sapiens dazu sich selbst Krankheiten zuzuschreiben, die er eigentlich gar nicht hat. Und bekanntlich sorgen sich besonders Jugendliche Menschen im übertriebenen Sinne betreffend Dinge, die eigentlich irrelevant sind. Beides gemeinsam kann unter anderem das bekannte Akronym FOMO ergeben. Ein Krankheitsbild, das laut Wikipedia, nicht medizinisch anerkannt ist. Ausgeschrieben: Fear of Missing Out. Darunter versteht man im einfachen Sinne, die Angst etwas zu verpassen, nicht etwas den Weltuntergang oder den Sturz von Donald Trump, wohl eher eine Nachricht im WhatsApp Chat oder ein Like auf der Fotoplattform Instagram. Jedenfalls betrifft dies die Jugendliche Seite der Gesellschaft.

Der Ursprung und die Zuspitzung

Wikipedia unterscheidet zwischen der Angst ohne Einfluss technischer Geräte und mit. Ersteres könnte man beinahe auf den Ursprung der Menschheit zurückführen. Wir sind soziale Wesen und lieben die Gesellschaft anderer Menschen um uns herum. Die einen etwas mehr, die anderen etwas weniger. Zwischendurch ist ein jeder dazu geneigt, Zeit für sich zu finden, aber letzten Endes sehnen wir uns nach gemeinsamen Momenten und gemeinsam Erlebten. Das Gefühl der Zugehörigkeit ist tief verankert und ist ein aktuelles Bedürfnis der Menschheit.

Mit dem Aufkommen sozialer Medien bzw., diverser technischer Geräte hat sich dieses Bedürfnis in andere Lebensbereiche ausgebreitet. Durch den Informationsüberfluss, jegliche News und Likes, die uns tagtäglich berieseln, geraten wir des Öfteren in Momente des Unbehagen: was wenn ich etwas davon verpasse? Wenn jeden Tag neue "wichtige" Nachrichten auf dem News-Feed erscheinen, ist das Interesse gross, täglich diese durchzulesen, um auf dem aktuellen Stand zu bleiben. Insbesondere Social Media Apps wie Instagram und Snapchat rauben die komplette Aufmerksamkeit und geben den Nutzern das Gefühl "Hey, das hast du verpasst!"

Einmal nicht online und bereits erlischt die Flamme auf Snapchat. Die Followeranzahl auf Instagram sinkt um 10 virtuelle Personen und das nächste Bild erhält 20 weniger Likes als Tags zuvor.

Aufmerksamkeit und die Angst etwas zu verpassen

FOMO hat sich mit dem Aufkommen dieser sozialen Medien erst richtig entwickelt. Laut einer Studie entsperren wir alle 12 Minuten unser Smartphone. Ob nun News da sind oder nicht. Die Angst etwas zu verpassen ist akut und täglich präsent. Auf Instagram werden laufen Hashtag Trends durchgeführt und Million Nutzer folgen dem Trend und posten ihre passenden Bilder dazu. Vergisst du es, hast du etwas verpasst. Und wow, dieses Feuerwerk, welches du aus diversen Perspektiven in den Highlight-Storys deiner "Freunde" siehst. Schade, verpasst. Das Gefühl breitet sich langsam in dir aus. Das Unbehagen. Vielleicht wollten sie dich ja nicht dabei haben. Es war bestimmt lustig und schön und atemberauben und du hast es verpasst.

Obwohl die einen es vermutlich bestreiten würden, aber grundsätzlich suchen wir auf Sozialen Medien alle Aufmerksamkeit. Wir sehnen uns nach Zuschauer, die uns zujubeln, unser persönliches Leben beklatschen und eine Zugabe wünschen. Wir sind Aufmerksamkeitsgeil und erhalten sie tagtäglich. Und grundsätzlich ist dies im kleinen Sinne auch nichts schlechtes. Ich hasse Social Media keineswegs, bin ebenso ein aktiver Nutzer diverser Plattformen und doch dreht sich mein Magen beim tiefsinnigeren Gedanke an das Konstrukt davon.

Das ist dein Leben

Dieser Beitrag ist mein persönlicher Aufreger und "Haare-Raufer" an der Angst etwas zu verpassen, die sich im letzten Jahrzehnt meines Erachtens vervielfacht hat. Natürlich kämpfe ich von Zeit zu Zeit ebenfalls mit dem Gedanken "Was wenn ich etwas verpasse", aber eigentlich gibt es nichts, worüber es sich zu Sorgen lohnt. Das ist dein Leben. Dein ganz persönliches Leben mit deinen eigenen Lebenszielen und Erlebnissen und nichts davon sollte durch anderer Meinung beeinflusst werden. Du verpasst nichts, besonders nicht die Dinge, die andere erleben und du bloss auf Instagram gesehen hast. Ein Hype verfliegt, ein neuer kommt auf. Dir selbst treu zu bleiben ist dabei der schönste Hype überhaupt, der unbedingt etwas Aufmerksamkeit brauchen könnte.

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