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Baden - Das lauschige Städtchen im Aargau


21. Januar 2018 /  47° 28′ 22″ N, 8° 18′ 29″ O

 

Baden gleicht dem stillen Städtchen aus einem schönen Wohlfühlroman. Der Bahnhof ist auf einige Gleise beschränkt, nach bereits 30 Minuten erreicht der Zug von Zürich her ihr Ziel. Von der hektischen Welt ins Gemächliche. Mit den knapp 20'000 Einwohner ist es zwar eine weitaus grössere Stadt, trotzdem fühlt man sich kein bisschen eingeengt, viel mehr geborgt. Ob dies daran liegt, dass wir an einem trüben Sonntag die Stadt besuchten, ist eine andere Frage.

Das letzte und erste Mal besuchte ich Baden während der schweizweit bekannten "Badefahrt". Ein Fest, das alle 10 Jahre über die Runden geht und Menschen aus allen Himmelsrichtungen in den Aargau lockt. Damals waren die Gassen übersäht mit Menschen, ob auf Bäumen, auf Brücken, auf Bänken. Übereinander, Nebeneinander, Eingereiht vor Foodständen, oder jauchzend im temporären Lunapark.

 

Letzen Sonntag war es kühl, die Sonne schien gelegentlich, aber die Januarbrise liess mich und meine Begleitung (meine Cousine) frösteln. Vor dem Bahnhof begrüsste uns ein grosser Platz, fast leergefegt, obwohl es bald zwölf Uhr Mittags war. Wir knipsten einige Fotos, lachten laut und zogen die Blicke der Menschen auf uns. Baden war noch am Schlafen, kein Wunder ernteten wir erstaunte Blicke rundherum.

 

Die Altstadt weiter unten erinnerte mich gelegentlich an die Schaffhausner-Gassen. Der Weg ist gepflastert, die Häuser unterschiedlich gross und die Fassaden mit diversen Farben bemalt. Unter dem Torbogen hindurch erreichten wir weitere Gassen, schlenderten von Geschäft zu Geschäft, kauften vielleicht etwas und gelangen bald zu der grossen bekannten Hochbrücke.

 

 

Anstatt die - durch eine Vielzahl an Suizide - bekannte Brücke zu überqueren, wählten wir den Weg nach unten. Eine Treppe führte in einen weiteren Teil der schönen Altstadt. Einige Menschen kamen uns entgegen, ein Pärchen, eine junge Frau, sie hatte ihre Kopfhörer auf und blickte starr auf ihr iPhone. Wir posierten, knipsten wie wild in der Gegen herum, stets mit dem Versuch die Ambiente des nassen Backsteinpflasters und der teils kaputten Fassaden einzufangen.

 

Baden scheint mir eine sehr weltoffene kleine Stadt zu sein. In den Gassen säumten sich kleine Geschäfte, die skandinavisches Essen anbieten, ausländische Bücher oder junge Männer die ihre eigenen Textilien bedrucken.

Zu späterem Zeitpunkt, vielen Lachern und albernden Sprüchen genossen wir eben in einem skandinavischen Café eine Zimtschnecke mit Cappuccino. Das scandinavian deli im Graben verzaubert mit der schönen Einrichtung und bietet diverse nordische Köstlichkeiten für den kleinen Hunger oder etwas Süsses zum Abrunden an.

 

Auf dem Heimweg konnten wir schliesslich noch Castle of Glass von Linking Park in einer Guggen-Musik Version geniessen. Während sich langsam ein Haufen Menschen um die fastnächtlich verkleidete Musikgruppe versammelte, hüpften wir auffällig mit und summten beistimmend zum Song. Baden begeistert mit seiner Vielfalt und der Offenheit und der schönen Altstadt und ist definitiv einen Besucht wert. Selbstverständlich ist ein Stadtbesuch doppelt so amüsant und erinnernswert wenn die Begleitung passt. In meinem Fall ein fettes Däumchen hoch für meine Cousine (Danke dir <3, die Leute müssen uns für verrückt halten, aber was solls, ein bisschen verrückt hat noch keinem geschadet!).

 

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