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Winterthur - Das etwas kleinere Zürich

31. März 2018 / Koordinaten: 47° 29′ 57″ N, 8° 43′ 36″ O

 

Winterthur ist das etwas kleinere Zürich. Das harmlosere Zürich, das persönlichere Zürich und das weniger arrogante Zürich. Diese Schlussfolgerung entstand natürlich noch von einer Zürcherin, wohl eher einer, die besagte Grossstadt aus schulischen Gründen besuchen musste und hassen lernte. Natürlich bin ich dabei, die schönen Seiten der grössten Schweizer Metropole kennenzulernen - aber fürs erste beginnen wir mit Winterthur.

Zwischen Osten und International

Das schweizerdeutsch ausgedrückte "Winthi" liegt zwischen dem Internationalen Zürich und der Ostschweiz. Meine persönlichen Erinnerungen gehen bei der Stadt auf familiäre Besuche zurück - mit wenig positiven Gedanken. Im letzten Jahr habe ich Winterthur jedoch als eine kulturelle aktive Stadt kennengelernt. Es werden zahlreiche Feste, Veranstaltungen und Programme rund um Kunst, Jugend und im öffentlichen Interesse durchgeführt. Sehr bekannt die Winterthurer Kurzfilmtage, welche jedes Jahr auf neue Hilfskräfte angewiesen sind. Ausserdem beherbergt die geräumige Altstadt diverse kleine Startups, kunterbunte Unternehmen junger Leute und bietet Platz für innovative Ideen. .

Impressionen der Kulturstadt

Ja, Winterthur hat sich trotz dem regnerischen und verhangenen 31. März von seiner besten Seite gezeigt. Meine Reisepartnerin und ich liessen es uns natürlich nicht entgehen, abermals einige Impressionen der Stadt festzuhalten

Wir hüpften wie immerzu inmitten der Strasse. Es regnete und die Leute eilten rasch vorbei, würdigten uns eines missbilligen Blickes oder gar eines merkwürdigen, liefen aber sofort weiter. Und wir lachten und knipsten und besuchten diverse Geschäfte. Von Bücher, über Kleider, bis hin zu Designer Ware. Winterthur hat alles was das (besonders kulturelle) Herz begehrt.

Zu Jung im Teehaus

Als wir uns gegen Ende des Tages etwas Süsses gönnen wollten, gingen wir in ein lauschig aussehendes Teehaus (das zum Glück auch Kaffee bot). Im Erdgeschoss begrüsste uns der Duft von diversen Teesorten und der enge Raum war gefüllt mit allerlei Dingen wie schönverzierte Teetassen, Teekrüge, Beutel, Geschenkideen, Teppiche und vieles mehr. Ein Stock weiter oben, hinauf durch eine enge Wendeltreppe, begrüsst uns ein kleines Lokal. Die Bedienung mustert uns. Was mich wundert, da wir - jung, dynamisch, bunt gekleidet - schliesslich genau in das Beuteschema passen. Wir setzen uns ans Fenster und bestellen nach einem Blick in die Speisekarte je einen Cappuccino, einmal ein Stück Kuchen und einmal Scones. Diese extrem leckeren Gebäckstücke aus Irland. Die Blicke der servierenden Dame hatten sich keineswegs zum besseren gewandt und unsere Stimmung war sichtlich etwas getroffen. Woran liegt es, dass wir nicht alle Menschen so akzeptieren können wie sie sind? Wieso diese Blicke? Weshalb die unfreundliche Art? Am Ende redeten wir uns ein, dass die Dame wohl einen anstrengenden Tag hinter sich hat und sich nicht noch mit zwei Jugendlichen befassen möchte. An der Stelle sei vermerkt, dass wir doch schon beinahe die goldige 20 erreicht haben und uns keineswegs mehr wie 16 fühlen.

Trinkgeld gab es trotzdem, der Kuchen war herrlich, sowie auch die süssen Scones. Und der Tag in Winterthur ging trotz allem gut zu Ende. Im Zug nach Hause dösten wir beinahe und klickten uns durch die geschossenen Fotos.

Winterthur ist für all jene etwas, die sich gerne zwischen Alternativgeschäften und dem 0815 Ramsch verweilen. Die nebst herkömmlichen Pizzerias auch gerne Teehäuser und angenehme Hipsterlokals besuchen. Für alle, die belebte Altstädte lieben und sich von der Kultur und Offenheit treiben lassen möchten.

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