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St. Gallen - das Herz der Ostschweiz

Während sich tausend Schweizer am Pfingstwochenende in den Süden begaben und zwischen Göschenen und dem Lago Maggiore 24 Kilometer im Stau standen, fuhren wir zu zweit in den Nordosten der Schweiz: St. Gallen. Der Ort des Ostschweizer Urdialektes. 2 Stunden dauerte meine Reise vom abgeschiedenen Dorfe im Kanton Zug. Ab Zürich dann gut eine Stunde und schon befanden wir uns im etwas frischen, ca. 17° Celsius warmen, Zentrum von Sangt Gallä.

Der Rote Platz mit Burger inklusive

Dieser grosse rote Platz, oberhalb der Hauptstrasse, in der Nähe der Kantonalbank, nicht zu verfehlen. Ich versprech es dir.

Ich war bereits einige Male auf genanntem Platz und wundere mich bei jedem Besuch über diese grossen unförmigen, weissen, lampenähnlichen Dinger, die über den Köpfen, der vorbeilaufenden Menschen schweben. Aus dem roten Boden stechen Blöcke als Sitz- oder Liegefläche heraus, die zum Verweilen, Lernen, Langweilen oder auch Fotografieren einladen. Wir vergnügten uns auf der roten Nutzfläche und schossen einige schöne Fotos - für alle Fotografie Begeisterten, ein Hotspot zum Kreativ ausleben!

Wir sprangen herum, stiegen auf die Sitz und Liege Hügel, klickten mit dem Auslöser, bestimmt auch einige Male zu viel und liefen schliesslich in Richtung Altstadt. Unterwegs machten wir Halt im bekanntlich besten Burger Restaurant der Deutschschweiz. Die "Stickerei" liegt an der Grenze zur Altstadt St. Gallens und sieht beim Blick von aussen durchs Schaufenster bereits vielversprechend aus. Nach einem Artikel in der Zeitschrift ROCKSTR, die das Restaurant mit den meisten Sternen auszeichnete, war es praktisch ein Muss, dem genannten Lokal einen Besuch abzustatten.

Die Auswahl ist nicht allzu überwältigend, was ich gegenüber einer prallgefüllten Karte bevorzuge. Ohnehin fiel mir die Wahl des Burgers auch so schwer. Es gibt jeweils einen Wochenburger, der regelmässig ändert, einen oder zwei Vegetarische- bzw. Vegane Burger, einen Cheeseburger und mehrere Fleischvarianten. Also: für jeden etwas passenden. Was den Preis betrifft, ist es arrangieren sich Preis und Leistung gut. Nach einem Burger ohne Beilage ist man definitiv satt.

Das Zentrum St. Gallens - die Altstadt

St. Gallen ist eine wunderbare Stadt. Obwohl wir während unserem kurzen Aufenthalt bestimmt nur die wenige Teile sehen konnten, verzaubert der Anblick der Altstadt doch ein kleines bisschen und lässt nach mehr wünschen. In allen Ecken laden Stühle und Tischchen zum Verweilen ein und die Menschen tummeln sich unter Bäumen oder machen typisch touristische Fotos vor der St. Galler Stiftskirche, die im Herzen der Altstadt steht. Das UNESCO-Welterbe ist laut Wikipedia eines der letzten Spätbarock Gebäude und wurde 1755 erbaut. Direkt neben der Kirche befindet sich die weltberühmte Stiftsbibliothek, die ungefähr im Jahr 719 gegründet wurde. Sie beinhaltet mehrere tausend Handschriften und Inkunabeln, mehr als 160'000 Bücher und ist eine der einzigen Klosterbibliotheken deren Bestand aus dem 8. Jahrhundert noch so gut intakt ist. Auch die Stiftsbibliothek ist ein UNESCO-Welterbe und ein Muss für alle Bücher und Bibliotheksliebhaber.

Übrigens: zwischen Büchern und alten Schriften gibt es auch einen grossen Welt Globus zu bestaunen und in der hinteren Ecke der Bibliothek liegt die Mumie Schepenese, die zwischen 650 und 610 v. Chr. gelebt haben muss.

Wir schlenderten durch die Gassen, blickten in verschiedene Geschäfte und fotografierten die meiste Zeit über. Meist auf verrückte Art und Weise, sodass uns einige Passanten ernsthaft musterten.

Botanischer Garten

Etwas ausserhalb der Altstadt (Mit dem Bus Nr. 1 Richtung Stephanshorn, Ausstieg "Naturmuseum"), liegt der Botanische Garten von St. Gallen. In der Hektik der Stadt ist es ein wunderbarer Ort, um sich zu verweilen, die Welt etwas zu vergessen, grossartige Fotografien zu knipsen und einen Berg voll Taschentücher vollzuniesen (Heuschnupfen sei dank!). Wir wandelten durch die heimischen und exotischen Sträucher, posten, führten tiefsinnige Gespräche über Leben, Liebe und Sein und entschieden uns dann - ein Dessert, um das Gemüt wieder zu steigern - das wärs!

Also fuhren wir bald darauf zurück in die Stadt, genossen ein leckeres Frozen Yogurt, während das Wetter langsam stürmisch wurde und wir wortwörtlich "frozten". Nach einer zweistündigen Zugfahrt Zurück im Wohnkanton begrüsste uns Regen und Gewitter und verbannte somit jegliche Gedanken an den aufblühenden Sommer. Immerhin die Fotos zeigten, wie wunderbar solche Ausflüge sind und wie vielseitig die Schweiz sein kann. Ich schätze jegliche Art von Abwechslung, insbesondere dann wenn meine Tagtägliche Arbeit so nerv tötend ist, dass ich mich um 3 Uhr gezwungen fühle nach Hause zu gehen.

St. Gallen ist für jedermann und jedefrau einen Besuch wert. Besonders mit den kulturellen und historischen Sehenswürdigkeiten punktet die Stadt, bietet aber mit normalen Attraktionen und besonders mit der jährlichen OLMA im Oktober eine Anlaufstelle für Jung und Alt.

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